Unverhofft

Posse mit Gesang in drei Akten

von

Johann Nestroy

Musik von Adolph Müller

2020

Personen

Herr von Ledig, Partikulier  Wolfgang Peter
Walzl, Fabrikant Thomas Wünsch
Gabriele, seine Frau Margherita Ehart
Falk, Modewarenhändler Ernst Horvath
Arnold, Maler Walter Vogl
Berg, Handlungsreisender in Walzls Diensten Florian Dubois
Marie Falk Nikolina
Veronika Kerschbaum
Frau Schnipps, Ledigs Haushälterin Christine Kowol
Frau Nanni, Kindeswärterin Brigitta Schadeck
Anton, Bedienter bei Herrn von Walzl Peter Ponta
Die Handlung spielt in einer großen Stadt. 
Regie: Wolfgang Peter 

Inhalt

1. Akt

Der Maler Arnold hat sich unsterblich in Gabriele, die Gattin des Fabrikanten Walzl, verliebt, deren Porträt er malen soll. Herr von Ledig hält hingegen gar nichts von der Ehe: „Bei der Lieb is das Schöne, man kann aufhören zu lieben, wenn’s ein’m nicht mehr gfreut, aber bei der Ehe! das Bewußtsein: Du mußt jetzt allweil verheirath’t sein, schon das bringt Einen um.“ Mit seiner seligen Ruhe ist es allerdings rasch vorbei, als Marie Falk, die Cousine des Modewarenhändlers Falk, heimlich ein neugeborenes Knäblein in seiner Wohnung abgibt und gleich darauf eine extra herbestellte Kindeswärterin erscheint. Die Herkunft des Kindes liegt völlig im Dunkel und eine halb unleserliche Visitenkarte, die sich bei dem Kind findet, steigert die Verwirrung noch mehr. „Bewahren Sie ein Leben…“ ist darauf zu lesen und der Name „Walzl“ ist undeutlich zu erkennen. Ledig sucht daraufhin sofort Walzl auf.

2. Akt

Walzls Gattin Gabriele ist indessen höchst besorgt, weil sich Arnold mit einem Passanten, der sie sie unschicklich angesehen habe, duellieren will und Walzls Eifersucht nur schwer zu dämpfen ist. Als Ledig Walzls vermeintlichen Sohn anspricht, wird dieser ganz unruhig. Er hat nämlich tatsächlich einen Sohn aus erster Ehe, von dem Gabriele nichts erfahren soll, doch ist dieser bereits ein lebenslustiger Kadett, der fleißig den jungen Mädchen nachsteigt, die in Walzls Strohhutfabrik arbeiten.

Inzwischen kommt Berg, der Neffe Ledigs, zurück, der monatelang als Geschäftsreisender für Walzl unterwegs war. Zuletzt erscheint auch noch der Modewarenhändler Falk, der das ganze heimliche Getue höchst verdächtig findet und argwöhnisch auf sich selbst bezieht. Da ist auch noch die Sache mit seiner Schwester, die er zu einer Heirat drängen wollte und die seit Monaten vorgeblich in Bamberg weilt, aber verdächtigerweise immer wieder von Leuten vor Ort gesehen wurde.

Aufgeregt, als ob sie verfolgt würde, stürzt plötzlich Marie herein und fährt erschrocken zurück, als sie Ledig hier im Hause Walzls erblickt. Walzl hat indessen auf der von Ledig vorgezeigten Visitenkarte die Handschrift seiner Frau Gabriele erkannt, was seine Eifersucht auf Arnold wieder anstachelt. Gabriele hatte die Karte aus Angst um Arnolds Leben an Ledig geschrieben und Marie mitgegeben. Als Arnold nun ebenfalls auftaucht, kann er glaubhaft machen, dass er nur um Walzls Leben nicht zu gefährden, an dessen Stelle die Ehre Gabrieles im Duell verteidigen wollte.

Kurz darauf stürzt Ledigs Haushälterin Frau Schnipps herein. Eine Frau – nämlich Marie - habe sie besorgt wegen des Kindes angesprochen, sei aber dann sofort in Walzls Strohwarenfabrik geflüchtet. Ledig eilt sofort in die Fabrik, um die vermeintliche Kindesmutter ausfindig zu machen und versetzt die empörten Arbeiterinnen in helle Aufregung. Die Konfusion ist perfekt.

3. Akt

Offenbar wird nun auch der Grund für Ledigs Abscheu vor der Ehe. Ohne dass jemand etwas davon wusste, hat er nämlich in Tulpingen geheiratet, sich aber sehr rasch wieder von seiner Frau getrennt. Er ist nun fest davon überzeugt, dass das Findelkind sein eigener Sohn ist und setzt ihn zu seinem Universalerben ein. Tatsächlich liegt die Sache aber ganz anders. Berg, Ledigs Neffe, hat heimlich die Schwester des Modewarenhändlers Falk geheiratet. Da er aber kurz nach der Hochzeit auf Geschäftsreise gehen musste und seiner Angetrauten auch nicht schreiben konnte, glaubte diese sich von ihm verlassen und ließ das mittlerweile geborene Kind zu Bergs Onkel Ledig bringen, um dessen Zukunft zu sichern. So findet alles doch noch ein glückliches, aber höchst unverhofftes Ende!